Was ändert sich 2017 für Steuerzahler?

Was ändert sich 2017 für Steuerzahler?

Was ändert sich 2017 für Steuerzahler?

Der Staat will Arbeitnehmer in diesem Jahr stärker unterstützen – auch steuerlich. Nachdem die Wirtschaftslage sich in Deutschland nachhaltig verbessert hat, ist dies auch längst überfällig.

Der Grundfreibetrag steigt

Der Grundfreibetrag steigt um 168 Euro auf ganze 8.820 Euro. Davon profitieren alle Steuerzahler, da der Fiskus erst bei Einkommen über dem Grundfreibetrag Steuern abzieht. Also werden im Jahr 2017 bei einem Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 8.820 Euro im Jahr Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartner verdoppelt sich der Betrag auf 17.640 Euro.

Kinderfreibetrag erhöht sich

Nicht nur der Grund-, sondern auch der Kinderfreibetrag erhöht sich im Jahr 2017 von 4.608 Euro auf 4.716 Euro für verheiratete Eltern und für eingetragene Lebenspartner mit Kind. Dazu kommen 2.640 Euro  Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Das ergibt insgesamt einen Freibetrag von 7.356 Euro pro Kind.

Eckwerte des Einkommensteuertarifs ändern sich

Ausgeweitet werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs, so dass einige Steuersätze erst bei höheren Einkommen greifen.

Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 8.821 Euro fängt der Steuersatz mit 14% an und steigt mit dem Einkommen langsam an bis auf 42% ab 54.058 Euro.

Unterhalt wird abgesetzt

Unterhaltskosten für einen Dritten können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werde. Für das Jahr 2017 sind max. 8.820 Euro abziehbar und damit 168 Euro mehr als in 2016.

Altersvorsorge wird besser absetzbar

Für das Alter können Vorsorgeaufwendungen steuerlich besser abgesetzt werden. Dazu gehören Beiträge zur gesetzlichen Rentenkasse oder zu Versorgungswerken. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gilt ein Höchstbetrag von 23.362 Euro, höchstens können 84% abgesetzt werden. Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird allerdings von den Vorsorgeaufwendungen der steuerfreie Arbeiteranteil abgezogen.

Steuererklärung ohne Spendenbescheinigungen

Spenden an kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisationen können steuerlich geltend gemacht werden. Für Spenden, die ab dem 1. Januar 2017 gezahlt werden, muss der Nachweis nicht mehr der Einkommensteuererklärung hinzugefügt werden. Die Bescheinigung müsste dem Finanzamt nur noch auf Anforderung vorgelegt werden. Daher muss der Steuerzahler die Bescheinigungen mindestens eine Jahr nach  Bekanntgabe des Steuerbescheids aufbewahren.

Steuererklärung bei Freibetrag wird Pflicht

Wenn beim monatlichen Lohnsteuerabzug ein Freibetrag berücksichtigt wird, besteht grundsätzlich die Pflicht, eine Einkommensteuererklärung abzugeben – außer, wenn der Steuerzahler nur geringe Einkünfte hat. Beträgt der im Jahr 2017 erzielte Arbeitslohn max. 11.200 Euro, muss keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden.

Altersentlastungsbetrag sinkt

Für das Jahr 2017 beträgt der Altersentlastungsbetrag 20,8% des Bruttolohns – höchstens 988 Euro. Der Betrag soll ältere Steuerzahler bei der Einkommensteuer entlasten. Er greift ab der Vollendung des 64. Lebensjahres.

Lebensversicherungen/Steuern

Ab 2017 greifen bei Einmalauszahlungen neue Steuerregeln. Kunden, die nach 2004 eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abgeschlossen haben, müssen laut GDV die Differenz zwischen Versicherungsleistung und eingezahlten Beiträgen zur Hälfte mit ihrem individuellen Tarif versteuern. Voraussetzung dafür sei, dass sie zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet haben und der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestanden hat.

Umzugspauschalen

Für einen beruflich bedingten Umzug können Umzugskosten als Werbungskosten angegeben werden. Die steuerlich absetzbaren Pauschbeträge werden zum 1. Februar 2017 erhöht. Der Pauschbetrag für Umzüge, die bis Ende Januar 2017 abgeschlossen werden, beträgt nach Angaben des Steuerzahlerbundes für Ledige 746 Euro und für Verheiratete 1.493 Euro – für spätere Umzüge aber 764 Euro bzw. 1.528 Euro. Für jede weitere im Haushalt lebende Person steigt die Pauschale zum Februar von 329 Euro auf 337 Euro. Kommt ein Kind in der neuen Schule nicht mit und wird daher Nachhilfeunterricht erforderlich, können diese Kosten bislang bis maximal 1.882 Euro abgesetzt werden, ab Februar dann bis 1.926 Euro.

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