Was ändert sich 2017 für Unternehmer?

Was ändert sich 2017 für Unternehmer?

Was ändert sich 2017 für Unternehmer?

Im Jahr 2017 gibt es einige Dinge, die sich für Unternehmer ändern werden. Um im Nachhinein nicht überrascht zu seine, sollten Sie sich schnellst möglich informieren. Hier erhalten Sie die wichtigsten Änderungen ab dem 01. Januar 2017:

Der Mindestlohn steigt

In Deutschland steigt ab dem 01. Januar 2017 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Somit müssen auch bestehende Arbeitsverhältnisse angepasst werden.

Elektronische Ladenkassen werden Pflicht

Ab 2017 sollen Unternehmer nur noch elektronische Ladenkassen einsetzen, die Einzeldaten speichern können und einen Datenexport ermöglichen. Am 31. Dezember 2016 läuft die aus dem Jahr 2010 stammende Übergangsregel für die Kassenmodelle aus. Wenn die alten Kassen weiter eingesetzt werden, bestehe ab dem Jahr 2017 die Gefahr, dass die Finanzverwaltung Umsätze hinzufügt.

Höherer Gehaltsanteil bei betrieblicher Altersvorsorge für Arbeitgeber steuerfrei

Mit der höheren Beitragsbemessungsgrenze erhöht sich auch der Teil des Gehalts in der Rentenversicherung, den der Arbeitgeber abgaben- und steuerfrei in eine Pensionskasse, Direktversicherung oder einen Pensionsfonds investieren kann. Der geförderte Höchstbetrag steigt von 2.976 Euro auf 3.048 Euro pro Jahr. Steuerfrei werden zusätzlich auch unter bestimmten Voraussetzungen weitere 1.800 Euro jährlich möglich.

Zusätzlicher Feiertag

Aus Anlass des Reformationsjubiläums ist der 31. Oktober 2017 bundesweit einmalig ein Feiertag. An diesem Tag jährt sich die Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen zum 500. Mal.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

Unternehmen müssen ab 2017 Leiharbeiter nach eineinhalb Jahren fest einstellen. Allerdings gibt es hier eine Hintertür: Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge können eine abweichende Regelung beinhalten. Dabei gilt aber der Grundsatz: gleicher Lohn für gleiche Arbeit.  Also müssen nach neun Monaten Leiharbeitnehmer den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbelegschaft. Leiharbeiter dürfen außerdem bei Streiks nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werden. Außerdem ist es nicht mehr möglich Werkverträge, die eine Arbeitnehmerüberlassung darstellen, nachträglich umzudeklarieren, um dem Missbrauch durch die Vorratsverleiherlaubnis entgegenzuwirken.

Lohnsteuer

Ab 2017 ändert sich auch bei der Lohnsteuer einiges. Bei der Lohn- und Kirchensteuer sowie dem Solidaritätszuschlag gelten neue Steuerabzugsbeträge. Außerdem gelten neue Auslandstage- und Auslandsübernachtungsgelder, sowie höhere steuerfreie Beträge für die betriebliche Altersvorsorge und Verbesserungen beim Sonderausgabenabzug für die private Altersvorsorge. Es gibt Änderungen bei der Überlassung bzw. Erstattung der Aufwendungen für eine BahnCard sowie bei den Firmenwagenbedingungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, bei der Fünftelregelung für Abfindungen. Zu Änderungen kommt es auch bei dem steuerfreien Arbeitgeberersatz und dem Werbungskostenabzug für Umzugskosten, auch beim Werbungskostenabzug bezüglich des Arbeitszimmers und der Bewirtungskosten. Bei der Gehaltsumwandlung von Bar- zu Sachlohn kann es gegebenenfalls zu Einschränkungen kommen. Ab 2017 können Unternehmen arbeitstäglich Mahlzeitenzuschüsse gewähren. Auch beim Werbungskostenabzug bezüglich des Arbeitszimmers und der Bewirtungskosten gibt es Änderung.

Mutterschutzgesetz 2017 – das sind die Änderungen

Mit diversen Änderungen tritt das Mutterschutzgesetz ab 1. Januar 2017 in Kraft. Die bisherige Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz entfällt und wird ins MuSchG integriert. Daraus ergeben sich diverse Pflichten für Arbeitgeber: Bringt eine Arbeitnehmerin z.B. ein behindertes Kind zur Welt, steigt die Schutzfrist nun von acht auf zwölf Wochen. Der Gesetzgeber möchte so die besonderen Belastungen berücksichtigen.

Ab 2017 gilt der Mutterschutz auch für Schülerinnen und Studentinnen. Das bedeutet, dass sie in der Zeit des Mutterschutzes nicht verpflichtet sind, am Unterricht, an Vorlesungen oder Klausuren teilzunehmen. Erleidet eine Arbeitnehmerin ab der 12. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt, steht sie ab dem Jahr 2017 unter einem viermonatigen Kündigungsschutz. Bisher war das nur dann der Fall, wenn die Totgeburt über 500 Gramm schwer war. Dieser unwürdige Zustand gilt glücklicherweise ab dem Jahr 2017 nicht mehr.

Das MuSchG sieht bei gefährlichen Berufen bei Frauen ein vorsorgliches Beschäftigungsverbot vor – auch gegen ihren Willen. Das ändert sich ebenfalls ab 2017. Dann nämlich darf dieses Beschäftigungsverbot nicht mehr gegen ihren Willen ausgesprochen werden. Und auch wenn die Nachtarbeit weiterhin für schwangere Arbeitnehmerinnen verboten bleibt, dürfen sie künftig zwischen 20 und 22 Uhr tätig sein – vorausgesetzt sie möchten es und können eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen. Außerdem wird das Sonn- und Feiertagsverbot gelockert. Das heißt, sie können an diesen Tagen arbeiten, allerdings nicht allein!

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