Seitwärtstrend unterbrochen
Unter der Last der Schuldenkrise in Europa wuchs die deutsche Wirtschaft im September so langsam wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Bei Industrie und Dienstleistern gingen die Neuaufträge zurück, sodass beide Sektoren nahezu stagnieren. Besonders starke Verluste gab es bei Exportaufträgen, da ein großer Teil der deutschen Exporte auf die europäische Währungsunion entfällt, wo Länder wie Spanien, Italien und Griechenland mit ihren harten Sparprogrammen die Konjunktur hemmen.
Hinsichtlich der Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung im weiteren Jahresverlauf sind sich die Experten nicht einig. Einige Ökonomen gehen nur von einem sehr schwachen Wachstum im dritten Quartal aus und befürchten für das vierte Quartal sogar leichte Rezessionstendenzen. Die Bundesbank hingegen erwartet für das dritte Quartal eine kräftige Erholung und somit keine Rezessionsgefahr. Dennoch habe die Europäische Zentralbank bereits angedeutet, den Leitzins entgegen der ursprünglichen Erwartungen vorerst nicht weiter anzuheben.
Die Einschätzungen der 45. Monatsbefragung zeigen ein zunehmend eingetrübtes Stimmungsbild mit einem weiter sinkenden Immobilienklima.
Immobilienklima sinkt weiter
Den zweiten Monat in Folge sinkt das Immobilienklima auf aktuell gut 126 Zählerpunkte. Der Rückgang fiel mit 6,4 Prozent sogar noch etwas höher als im Vormonat (-6,2 %). Sowohl das Investmentklima als auch das
Ertragsklima müssen deutliche Verluste von 7,4 bzw. 5,5 Prozent verzeichnen. Somit unterbricht das Immobilienklima den oszillierenden Seitwärtstrend der vergangenen Monate.
Negative Entwicklung in allen Segmenten
Wie bereits im August haben sich im September alle Segmente weiter negativ entwickelt. Die höchsten Verluste muss mit 10,0 Prozent erneut das Büroklima verzeichnen.
Damit ist der Rückgang in diesem Segment noch einmal stärker als im Vormonat (-8,6 %). Das Handelklima ist hingegen mit 4,9 Prozent weniger stark gesunken (-6,5 %). Die Verluste im Wohnsegment sind mit 1,8 Prozent weiterhin am geringsten.
Hier kann man noch von einem Seitwärtstrend sprechen.
Immobilienkonjunktur sinkt weiter
Die Abwärtsentwicklung der Immobilienkonjunktur aus dem August setzt sich im September mit gleicher Intensität fort. Die aktuelle Monatsauswertung zeigt einen Rückgang von 3,3 Prozent auf 205,5 Zählerpunkte.
Wie beim Immobilienklima ist auch hier die Tendenz einer Seitwärtsentwicklung vorerst unterbrochen.





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