Was wissen Jugendliche tatsächlich über Finanzen?

Beispielsweise jeder fünfte Zehntklässler von den Befragten glaubt ein Girokonto richte man ein “um angemessene Zinsen auf Ersparnisse zu erhalten”. Weitere 19 Prozent glauben, es sei generell zum Ansparen geeignet. Jeder Zehnte hat überhaupt keine Ahnung, was ein Girokonto ist. Und zwei Drittel der Befragten wissen nicht, wenn sie einen Handyvertrag abschließen, worauf sie achten müssen.
Natürlich kann man die Frage auch stellen: Warum muss ein Zehntklässler wissen, was ein Girokonto ist? Warum soll er wissen, welche Rechte er als Verbraucher hat und worauf er bei einem Vertragsabschluss achten muss? Wer 40 Jahre alt oder älter ist, wird vermutlich die Schultern zucken und sagen: “Das haben wir früher auch nicht gewusst.” Aber einen entscheidenden Unterschied gibt es. Vor 20 Jahren hatten Zehntklässler kein Handy, sie kommunizierten nicht in Online-Netzwerken und luden keine Musiktitel aus dem Internet herunter.
Allerdings haben die jungen Leute durchaus Interesse, ihr Wissen zu verbessern: So wünschen sich laut Umfrage 74 Prozent ein eigenes Schulfach Wirtschaft. Finanzwissen ist grundlegendes Alltagswissen. Wer darüber nicht Bescheid weiß, sei mit teilweise existenziellen Entscheidungen überfordert, denn es fehle ihm an den wichtigsten Alltagskompetenzen. Die Verbraucherministerin hat eine entsprechende Bildungsinitiative gestartet, um diese Defizite auszugleichen, die sich vor allem auf die Verbesserung des Wirtschaftwissens der Jugendlichen richten soll. Auch Verbraucherwissen anzueignen soll in der Schule selbstverständlich werden.
Es geht vor allem darum, dass Jugendliche künftige Bedürfnisse erkennen und frühzeitig Risiken einschätzen lernen. Denn der in Finanzfragen aufgeklärte Jugendliche von heute ist der mündige Konsument von morgen.

Leave a Reply
Want to join the discussion?Feel free to contribute!