Griechenlands Tragödie * Anpassung der Übertragung von Vermögenswerten
Griechenlands Tragödie
Die erneute Griechenlandkrise könnte im Jahr 2015 die Wirtschaftsprognosen erheblich gefährden und über den Haufen werfen. Selten waren die Rahmenbedingungen wie in diesem Jahr so positiv. Deutschland hat wie kein anderes Land in der Eurozone so eine robuste Konjunktur und eine wettbewerbsfähige Exportsituation. Die Staatsfinanzen sind solide und das Bundesfinanzministerium konnte seit 48 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt ohne neue Schulden vorweisen. Viele Vorgänger im Ministerium haben sich bemüht, mussten aber immer wieder auf halber Strecke die Segel streichen. Das globale Umfeld scheint nach den letzten Jahren weiter für die Unternehmen günstig. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den vergangenen Monaten zu den Erfolgen der Industrie durch ihre niedrigen Zinsen sowie der lockeren Geldpolitik zu der teilweisen Gesundung der Banken beigetragen. Die angestiegenen Reallöhne und auch die Erhöhung der Rohstoffe konnten mit den niedrigen Zinsen aufgefangen werden. Dazu kam die Abwertung der Eurowährung gegenüber den anderen führenden Wirtschaftsnationen, was den Export von Gütern förmlich explodieren ließ. Ein warmer Regen kommt von den erdölexportierenden Ländern (OPEC), indem an den Energiemärkten ein gewaltiger Preisverfall eingetreten ist. Dies führt dazu, dass die Produkte an Weltmärkten in diesem Jahr noch wettbewerbsfähiger werden. Falls all die vorgenannten Indizien weiter aufrecht erhalten bleiben, dann könnte das Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent auslaufen. Einer der Störfaktoren könnte das Aufflammen der Euro–Schuldenkrise in Griechenland oder in Italien werden. Falls die neue linksgerichtete Regierung am 25. Januar 2015 in Athen gewählt wird, könnte dies erhebliche Folgen für die Europäische Union und Deutschland haben. Es ist beabsichtigt, die durch die Europäische Union (EU) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) eingeläuteten Sparmaßnahmen aufzuheben und einen Schuldenschnitt zu verlangen. Dabei wurden seit dem Jahr 2012 von der EU über 162 Milliarden Euro nach Athen überwiesen. Die nächste zur Auszahlung anstehende Rate wurde jedoch bis nach den Parlamentswahlen zurückbehalten. Die EZB hat jedoch für das Szenario nach dem 25. Januar vorgesorgt und Pläne aufgestellt, damit solche Zustände und Brände wie noch vor einigen Jahren nicht mehr vorkommen. Falls Griechenland aus dem Euro aussteigen wird, gibt es keine Tragödie nach griechischem Typus, in der ein schicksalhaftes Unglück eine durch Menschen erwachsene Situation unvermeidlich zum Untergang führt.
Anpassung der Übertragung von Vermögenswerten
Die Unternehmen in Deutschland erwarten für das Jahr 2015 ein ähnliches Wirtschaftswachstum wie im zurückliegenden Zeitraum. Der Kurs für die Firmen muss entsprechend den neuen Gesetzmäßigkeiten angepasst werden, besonders die Nachfolgeregelungen bei Unternehmen und die Übertragung von Vermögenswerten. Dabei sieht der Gesetzgeber zwei Varianten, wie die Regelverschonung und der Verschonungsoption vor. Dabei kann bei der ersten Möglichkeit 85 Prozent des begünstigten Betriebsvermögens steuerfrei bleiben, falls der Betrieb fünf Jahre weitergeführt wird. Bei der Verschonungsoption werden gegebenenfalls sogar 100 Prozent befreit, wenn der Betrieb sieben Jahre weiter geführt wird. Ausnahmen bilden nur der Übergang von großen Unternehmensvermögen, hier können noch Korrekturen vom Gesetzgeber vorgenommen werden. Die Zeit der Neureglung ist bis auf die Jahreshälfte 2016 verschoben. Es wird kein Vertrauensschutz gewährt, da die Vorschriften auch rückwirkend erfolgen können.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)




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