Frankreich als Pfeiler bröckelt * Schweizer Wachstum unter zwei Prozent
Frankreich als Pfeiler bröckelt
Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft innerhalb der europäischen Union (EU), hat gewaltige Schwierigkeiten, weiter Anschluss an die übrigen Staaten zu halten. Die Krisenländer wie Spanien, Griechenland und Portugal haben sich teilweise erholt, aber die Grande Nation ist in eine schwere depressive Krise geglitten. Der Elysée-Palast hat, wie schon die Vorgängerregierung, erkannt, dass die deutsche Agenda 2010 ein Vorbild sein könnte. Aber es ist schwer für die französische Regierung auch nur im Ansatz eine Machart eines anderen Staates zu kopieren. Deutschland und Frankreich war über all die Jahre ein Brückenkopf der wirtschaftlichen und politischen Stabilität, aber jetzt bröckelt dieser Pfeiler. In den vergangenen Jahren jedoch konnten die Franzosen das Tempo nicht mehr mithalten, da die Wirtschaft stark unter der Regierung gelitten hat. Teilweise wird den Deutschen vorgeworfen, dass sie zu wenig für den Konsum tun, aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Deutschland tut mehr dafür als jedes andere Land in der EU. Sie sind zunehmend ein großer Abnehmer von französischen Luxusprodukten in den letzten Jahren geworden und tragen wesentlich zu den Erfolgen der Ausfuhren bei. Den Galliern ist vorzuwerfen, dass sie die Sanierung ihres maroden Staatshaushalts seit Jahren nicht in den Griff bekommen. Die Vorgängerregierung im Matignon hat gewaltige Versäumnisse in dieser Beziehung als Erbe zurückgelassen, denn sie hat jedem Verlangen nach Lohnerhöhung auf Druck der Berufsverbände nachgegeben. Die Förderung von Kleinbetrieben wurde nicht angepackt, auch der Kündigungsschutz wurde von den Gewerkschaften massiv abgeblockt. Dazu gehört der verkrustete Arbeitsmarkt, denn die kleinen Lockerungen hinsichtlich der Kündigung von Mitarbeitern haben noch keine Früchte getragen. Das erschütternde Resultat sind jetzt die hochverschuldeten Staatsbetriebe und die daniederliegende Automobilindustrie. Die Produkte, die von diesen Fabriken auf dem Markt kommen, sind im europäischen und globalen Markt nicht mehr wettbewerbsfähig, da sie zu teuer und unattraktiv sind. Auch wurden die Steuern unter der jetzigen sozialistischen Regierung erhöht. Die Reichensteuer gilt schon ab einer Million Euro und die Mehrwertsteuer liegt jetzt bei 20 Prozent. Auch in diesem Jahr wird der Matignon nicht die Euro-Kriterien schaffen, denn die gigantische Gesamtverschuldung ist seit fünf Jahren um 40 Prozent auf 2,01 Billionen Euro gestiegen und liegt damit über der Verschuldung von Deutschland. Der Elysée-Palast muss in diesen Monaten die bittere Erfahrung machen, erfolgreich sein heißt, von Germanien lernen, denn der kranke Patient Frankreich kommt zum deutschen Arzt.
Schweizer Wachstum unter zwei Prozent
Die Schweiz ging von einem anhaltenden Wachstum auch in diesem Jahr aus. Die vollmundigen Prognosen für dieses Jahr werden sich leider nicht erfüllen. Die Exporte ins europäische Ausland haben sich bisher zum Bedauern nicht erfüllt. Schuld ist vor allem die schweizerische Währung. Der Franken hat sich trotz der hervorragenden Produkte aus der eidgenössischen Wirtschaft nicht durchsetzen können. Die Ausfuhrbelebung lässt noch zu wünschen übrig. Die Konjunkturbelebung für das laufende Jahr wurde auf über zwei Prozent prognostiziert. Aufgrund der derzeitigen Zahlen für das erste Halbjahr wird das Bruttoinlandsprodukt unter diesem Wert erwartet. Die eidgenössische Wirtschaft sollte sich im kommenden Jahr beschleunigen, wenn die Arbeitslosenzahlen sich stabilisieren, beziehungsweise auf einen Wert von unter drei Prozent zurückgehen. Sollte ein solcher Wert erreicht werden, dann ist mit einem Wachstum von über zwei Prozent zu rechnen.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)



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