Prof. Dr. Werner J. Gartner

EZB-Schritt keine Überraschung * Deutschland bleibt Wirtschaftslokomotive

EZB-Schritt keine Überraschung

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine spektakuläre Entscheidung getroffen, indem sie aus Angst vor der Deflation in der Eurozone den Leitzins auf ein Rekordtief geschickt hat. Der Schritt war keine Überraschung mehr, da schon seit längerer Zeit diese Zielrichtung zu erwarten war. Die EZB will damit die Banken zwingen, ihre Liquidität nicht mehr in den sicheren Hafen bei ihr zu bringen, sondern Kredite an Unternehmen auszuleihen, damit die Wirtschaft, insbesondere in den Krisenländern, wieder in Schwung kommt. Obwohl Fortschritte zu sehen sind, ist besonders die hohe Arbeitslosigkeit eine herausfordernde Aufgabe. Menschen bringt man aber nur in Arbeit, wenn Unternehmer erkennen, dass sie Aufträge erhalten und dadurch Mitarbeiter einstellen. Dieser Kreislauf ist in den Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien noch nicht geschlossen. Die EZB hat bei ihren Maßnahmen nicht nur Deutschland im Blick, sondern den gesamten Euroraum, indem die Gesundung und das Wirtschaftswachstum Vorrang hat. Mit der Strafmaßnahme, dass die Banken einen Negativzins zahlen sollen, wird seine Wirkung nicht voll entfaltet. Eine zielführende Möglichkeit wäre sicher, dass die EZB den Geschäftsbanken nur noch quotenmäßig gestattet bei ihr das Geld zu parken. Mit dieser Maßnahme hätte man Daumenschrauben angelegt, welche die Banken in einen Zugzwang gebracht hätten. Die Leidtragenden sind bei diesen tiefen Zinsen die Sparer, die ihre Reserven auf der hohen Kante haben. Es ist abzusehen, dass diese Gruppe in absehbarer Zeit bald keine Zinsen mehr erhalten und so um ihre Reserven gebracht werden. Alternativen wären, in Firmen durch den Kauf von Aktien zu investieren. Der Aufschrei ist nicht nur bei dieser ökonomischen Branche groß, sondern auch in der Industrie, da dort in Zukunft mit einem Konsumschwund gerechnet wird. Wir können aber in dieser Situation von der Schweiz lernen, die seit mehreren Jahren mit einer Niedrigzinsphase komfortabel lebt. Weder ist bei den Eidgenossen der Konsum eingebrochen, noch die Wirtschaft ist in eine tiefe Rezession gefallen. Genau das Gegenteil ist eingetroffen, die Schweiz ist auf Wachstumskurs und ist weltweit sehr erfolgreich. Auch wenn die Vorzeichen für die Eurozone nicht in Gänze übertragbar sind, so kann man doch von den Eidgenossen etwas entlehnen.

Deutschland bleibt Wirtschaftslokomotive

Deutschland bleibt weiterhin die kraftvolle Wirtschaftslokomotive im Euroraum. Das Wirtschaftswachstum ist in den ersten Monaten dieses Jahren positiv ausgefallen und liegt mitten im Trend. Als größte Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone konnte ein gewaltiges Wachstum von über 0,8 Prozent erreicht werden. Gegenüber den anderen Volkswirtschaften liegt Deutschland in Europa mit diesem Wert an der Spitze. Vor allem der Konsum und das Kaufverhalten sind bei den Deutschen enorm angestiegen, was auch die Unternehmen zu Investitionen verleitet hat. Frankreich kommt derzeit nicht von der Stelle und die Wirtschaft fasst einfach nicht Tritt, obwohl sich die Pariser Regierung vorgenommen hat, die Unternehmen neu auszurichten und auf Wachstum sowie Investitionen zu setzen. Hinzu kommt, dass einige große Betriebe aufgrund der Verwaltungsflut aus dem Elysée Palast überlegen, die Firmensitze ins Ausland zu verlegen. Dies würde ein weiterer schmerzlicher Aderlass für die jetzt schon geschundene Wirtschaft bedeuten. Spanien, das sich ebenfalls an der Schwelle des Erholens befindet, sieht seine Chance darin ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufzulegen. Steuern sollen gesenkt werden, damit Firmen wieder Mitarbeiter in ihre Fabriken einstellen.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

Prof. Dr. Werner J. Gartner

EZB-Schritt keine Überraschung * Deutschland bleibt Wirtschaftslokomotive

EZB-Schritt keine Überraschung

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine spektakuläre Entscheidung getroffen, indem sie aus Angst vor der Deflation in der Eurozone den Leitzins auf ein Rekordtief geschickt hat. Der Schritt war keine Überraschung mehr, da schon seit längerer Zeit diese Zielrichtung zu erwarten war. Die EZB will damit die Banken zwingen, ihre Liquidität nicht mehr in den sicheren Hafen bei ihr zu bringen, sondern Kredite an Unternehmen auszuleihen, damit die Wirtschaft, insbesondere in den Krisenländern, wieder in Schwung kommt. Obwohl Fortschritte zu sehen sind, ist besonders die hohe Arbeitslosigkeit eine herausfordernde Aufgabe. Menschen bringt man aber nur in Arbeit, wenn Unternehmer erkennen, dass sie Aufträge erhalten und dadurch Mitarbeiter einstellen. Dieser Kreislauf ist in den Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien noch nicht geschlossen. Die EZB hat bei ihren Maßnahmen nicht nur Deutschland im Blick, sondern den gesamten Euroraum, in dem die Gesundung und das Wirtschaftswachstum Vorrang hat. Mit der Strafmaßnahme, dass die Banken einen Negativzins zahlen sollen, wird seine Wirkung nicht voll entfaltet. Eine zielführende Möglichkeit wäre sicher, dass die EZB den Geschäftsbanken nur noch quotenmäßig gestattet bei ihr das Geld zu parken. Mit dieser Maßnahme hätte man Daumenschrauben angelegt, welche die Banken in einen Zugzwang gebracht hätten. Die Leidtragenden sind bei diesen tiefen Zinsen die Sparer, die ihre Reserven auf der hohen Kante haben. Es ist abzusehen, dass diese Gruppe in absehbarer Zeit bald keine Zinsen mehr erhalten und so um ihre Reserven gebracht werden. Alternativen wären, in Firmen durch den Kauf von Aktien zu investieren. Der Aufschrei ist nicht nur bei dieser ökonomischen Branche groß, sondern auch in der Industrie, da dort in Zukunft mit einem Konsumschwund gerechnet wird. Wir können aber in dieser Situation von der Schweiz lernen, die seit mehreren Jahren mit einer Niedrigzinsphase komfortabel lebt. Weder ist bei den Eidgenossen der Konsum eingebrochen noch die Wirtschaft ist in eine tiefe Rezession gefallen. Genau das Gegenteil ist eingetroffen, die Schweiz ist auf Wachstumskurs und ist weltweit sehr erfolgreich. Auch wenn die Vorzeichen für die Eurozone nicht in Gänze übertragbar sind, so kann man doch von den Eidgenossen etwas entlehnen.

Deutschland bleibt Wirtschaftslokomotive

Deutschland bleibt weiterhin die kraftvolle Wirtschaftslokomotive im Euroraum. Das Wirtschaftswachstum ist in den ersten Monaten dieses Jahres positiv ausgefallen und liegt mitten im Trend. Als größte Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone konnte ein gewaltiges Wachstum von über 0,8 Prozent erreicht werden. Gegenüber den anderen Volkswirtschaften liegt Deutschland in Europa mit diesem Wert an der Spitze. Vor allem der Konsum und das Kaufverhalten sind bei den Deutschen enorm angestiegen, was auch die Unternehmen zu Investitionen verleitet hat. Frankreich kommt derzeit nicht von der Stelle und die Wirtschaft fasst einfach nicht Tritt, obwohl sich die Pariser Regierung vorgenommen hat, die Unternehmen neu auszurichten und auf Wachstum sowie Investitionen zu setzen. Hinzu kommt, dass einige große Betriebe aufgrund der Verwaltungsflut aus dem Elysée Palast überlegen, die Firmensitze ins Ausland zu verlegen. Dies würde ein weiterer schmerzlicher Aderlass für die jetzt schon geschundene Wirtschaft bedeuten. Spanien, das sich ebenfalls an der Schwelle des Erholens befindet, sieht seine Chance darin ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufzulegen. Steuern sollen gesenkt werden, damit Firmen wieder Mitarbeiter in ihre Fabriken einstellen.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

 

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