Prof. Dr. Werner J. Gartner

Russische Sanktionen verpuffen * China Gegenteil zu Japan

Russische Sanktionen verpuffen

Durch die gegenseitigen Zwangsmaßnahmen will Russland Europa in die Knie zwingen. Bislang sind die Sanktionen des russischen Bären jedoch verpufft. Der Ölpreis – ein wichtiger Gradmesser für die europäische Industrie – konnte bisher nicht den erhofften Erfolg für Moskau bringen. Die Preise sind erfreulicherweise eher rückläufig als ansteigend. Russland bleibt derweil auf seinem Öl sitzen. Bekanntlich denken Russen jedoch nicht in Tagen, sondern langfristig, und können Lieferungen aus dem Westen aussitzen sowie abwarten, wie sich die politische und wirtschaftliche Lage entwickelt. Aber nicht nur wegen den Sanktionen ist der Ölpreis niedriger, sondern auch in Europa wird weniger Energie benötigt. Besonders die Industriestaaten wie Deutschland benötigen derzeit geringere Mengen dieses Rohstoffes. Die größte Volkswirtschaft Europas macht eine Seitwärtsbewegung, da sich die Konjunktur etwas verlangsamt und eingetrübt hat. Diese Bewegung rührt auch deshalb daher, da nach Russland weniger exportiert wird. Dieses gegenseitige Handelsgeschäft, einerseits Technologie aus Deutschland gegen Energie aus Russland, kann die Märkte nachhaltig beunruhigen. Durch die Unruhen kann das Wachstum Bremseffekte in die Handelsbilanzen in Europa mit sich bringen. Auch die gerade in Gang gekommene Investitionstätigkeit in den europäischen Krisenländern könnte einen Dämpfer erhalten. Alarmiert sind auch die landwirtschaftlichen Betriebe, die im Riesenreich einen gigantischen Absatzmarkt gefunden haben. Jetzt leiden die Bauern unter der Flaute und müssen ihre Produkte teilweise zu Schleuderpreisen verkaufen. Brüssel überlegt jetzt Wege den Landwirten Hilfe anzubieten, denn für sie gelten nicht nur Angebot und Nachfrage, sondern sie sind diejenigen, die täglich uns mit Lebensmittel versorgen und unseren Tisch decken.

China Gegenteil zu Japan

China ist ein bedeutungsvoller Handelspartner Deutschlands, auch die Investitionen besonders der Automobilindustrie und der Elektrounternehmen haben die Milliardenhöhe erreicht. Seit Monaten ist eine Abkühlung der Konjunktur im Reich der Mitte zu konstatieren. Auslöser ist der überhitzte Immobilienmarkt und den Überhängen an Wohnungen. In den vergangenen Jahren hat China gewaltige Investitionen in den Häusermarkt getätigt und somit ein Überangebot geschaffen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, ein Globalplayer, beunruhigt durch solche Ereignisse auch die Weltwirtschaft. Die Pekinger Regierung hat zuletzt wirtschaftliche Maßnahmen getroffen, um die Wirtschaft in Gang zu halten, sie sind jedoch nach kurzer Zeit wirkungslos geblieben. Das Land hat jedoch noch nicht sein Pulver verschossen, sondern wird nachlegen in Form von Zinsregulierungen. China ist gewohnt hohe volkswirtschaftliche Wachstumszahlen jährlich zu erreichen. Durch den abkühlenden Immobilienmarkt werden sich die Prognosen für dieses Jahr von acht Prozent nicht halten können. Ganz im Gegenteil zu China kann Japan eine gewaltige Erholung der Immobilien feststellen. Seit dem vergangenen Jahr hat sich der zweitgrößte Immobilienmarkt der Welt erholt und ist gewachsen. Zurückzuführen ist dies auch auf die seit dem Jahr 2013 eingeleitete lockere Geld- und Fiskalpolitik, welche die Konjunktur stimuliert hat. Die jahrelangen Ängste der Tokioter Regierung, immer tiefer in eine Deflation zu rutschen, sind längst domestiziert. Sorgen bereiten Japan die gestiegenen Baukosten, die permanent anschwellen und damit die Rendite der Investoren schmälern. Ausländische Immobilienkäufer profitieren derweil von der niedrigen Yen-Währung, die den Kauf noch interessant machen.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *