Prof. Dr. Werner J. Gartner

Euro steigt zur Leitwährung auf * Verbraucherpreise nicht angestiegen * Schweizer BIP bei 2,2 Prozent

Euro steigt zur Leitwährung auf

Frankreich lamentiert seit Monaten über die Stärke der Euro-Währung sowie der US–Dollar-Vorherrschaft. Auch die Sanktionen, die durch die US-Justiz gegen französische Banken ausgesprochen wurden, sind ihnen ein Dorn im Auge. Die Grande Nation möchte jetzt mit Hilfe des Euro an die Weltspitze kommen und hat dem US-Dollar den Kampf angesagt. Sie sehen in der Leitwährung der US-Dollars die Ursache für die vielen Finanzkrisen der letzten Jahre. Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) setzen nationale Gesetze weltweit um und dies stößt den europäischen Kreditinstituten bitter auf, da die Finanztransaktionen nach Europäischem Recht durchaus legitim sind. Einerseits sollte Brüssel mit Washington darüber verhandeln, dass die Gesetze harmonisiert werden, damit solche Sanktionen nicht mehr umgesetzt werden. Andererseits will man die Eurowährung zu einer zweiten Leitwährung etablieren, dazu müssen die Europäer jedoch ihre weitere Solidität beweisen, insbesondere Frankreich mit dem desolaten Staatsetat und dem gewaltigen Reformstau. Könnten diese Themen gelöst werden, dann kann der Dominanz des US-Dollars zumindest auf Augenhöhe begegnet werden. Bekanntlich finden Staatsanleihen von einem Land mit Leitwährung leichter internationale Anleger. Die Euro-Währung könnte somit auch dazu verhelfen, sich einfacher Geld für Investitionen am globalen Geldmarkt zu beschaffen. In der Vergangenheit haben die enormen Zuflüsse an internationalem Kapital die Zinsen sowie die Aufschläge der Staatsanleihen erheblich reduziert. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) ist angehalten, hier besonnen zu reagieren und sich nicht mit aller Macht gegen die US-Währung zu stemmen. Es wird noch einige Zeit andauern, bis der Euro zur Leitwährung aufsteigt.

Verbraucherpreise nicht angestiegen

Die leichte Konjunkturschwäche beruht vor allem auf den letzten politischen und militärischen Unruhen, die auch an den Unternehmen nicht spurlos vorbeigegangen ist. Sie sind nämlich Gift für Firmen und auch für Verbraucher, da sie bei ihren Entscheidungen über Investitionen wegen der Unsicherheit Zurückhaltung üben. Auch die anhaltenden Krisen in einigen Europäischen Staaten haben zu einer gewissen Ängstlichkeit bei den Konsumenten geführt. Die Verbraucherpreise sind in den letzten Monaten nicht angestiegen und daher könnte dies eine deflationäre Wirkung haben, da auch Sparmaßnahmen bei den Unternehmen und in den privaten Haushalten in der gesamten Eurozone zu bemerken waren. Auch die Kreditnachfrage bei Banken ist rückläufig und befeuert somit auch die Deflation. Ein weiterer Grund sind die relativ niedrigen Energiepreise. Die USA haben durch ihre Öl-Erschließung mittels Fracking nicht mehr die enormen Nachfragemengen im arabischen Raum. Durch die eigenen Vorkommnisse in der größten Volkswirtschaft der Welt fallen die Preise auf diesen Märkten. Das leichte Geld der amerikanischen Notenbank (FED) sowie der EZB tragen zu den weiteren niedrigen Weltmarktpreisen bei.

Schweizer BIP bei 2,2 Prozent

Die Schweiz erfreut sich über den weiteren Exportanstieg. Zu Anfang des Jahres lahmte die Wirtschaft noch erheblich, aber konnte sich in den letzten Monaten erheblich steigern. Insbesondere die Maschinenindustrie und vor allem die Bauindustrie konnten gute Umsatzzahlen vorweisen. Auch der private Konsum legte kräftig zu, da den Eidgenossen immer wieder vorgeworfen wurde, auch die Inlandsnachfrage anzukurbeln. Für das laufende Jahr kann die Schweiz mit einem Bruttosozialprodukt (BIP) von 2,2 Prozent rechnen und könnte sich, aufgrund der stabilen Nachfrage, in 2015 noch steigern.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

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