Prof. Dr. Werner J. Gartner

Deutschland knackt die Billionengrenze * Luxemburg in zweiter Liga

Deutschland knackt die Billionengrenze

Deutschland liegt weiterhin auf Wachstumskurs. Die mittelständische Industrie hat erfreuliche Auftragspolster vorliegen, da die Produkte aus Made in Germany besonders von den Wachstumsmärkten in Asien und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) nachgefragt werden. Auch die Hersteller der Maschinenbauindustrie haben ein hervorragendes Jahr hinter sich, wie auch die Premiumhersteller von Personenkraftwagen.

Während jedoch die Wirtschaft in Europa lahmt, kann Deutschland weiterhin die Ausfuhren steigern. So wird das Jahr 2013 erneut zu einem Rekordjahr, da die Billionengrenze im Export erneut geknackt wurde. Die Erfolge in der Ausfuhr an Produkten rufen erneut die Kritiker in Brüssel auf den Plan. Deutschland solle sich mehr mit der Inlandsnachfrage beschäftigen, als von einem ehrgeizigen Exporterfolg zum anderen zu hetzen. Dabei ist der Konsum in Deutschlandin den vergangenen Monaten enorm angestiegen und hat dem Einzelhandel zu neuen Höchstständen verholfen. Der gewaltige Rückgang der Energiepreise im letzten Halbjahr hat Europa sehr geholfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und deflatorisch zu wirken. Der Außenhandel in den Euroraum ist nach einer lang anhaltenden Schwäche wieder leicht angezogen und erfreut sich erneut besserer Absatzzahlen. Aus derzeitiger Sicht werden die Ausfuhren einen Betrag von über 600 Milliarden Euro erreichen. Die Handelsbilanz bleibt mit einem Überschuss von circa 160 Milliarden Euro im dreistelligen Bereich. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Euroraum nicht nur für Deutschland, sondern für alle anderen Staaten ein wichtiger Handelspartner ist. Deshalb ist es mehr als notwendig, dass die notleidenden Europäer weiterhin ihre Konsolidierung der desolaten Haushalte vorantreiben und neue Betriebe ansiedeln, damit sie mit ihren Produkten wettbewerbsfähiger in der globalen Welt werden.

Luxemburg in zweiter Liga

Zu Anfang des Jahres kommen aus Europa schlechte Nachrichten. Die Arbeitslosigkeit konnte in den Krisenstaaten in den vergangenen Monaten nicht gebannt werden. Besonders die Jugendlichen waren chancenlos einen Arbeitsplatz zu finden, da der Job-Markt ihnen keine Möglichkeit bietet. In Deutschland finden von 100 Jugendlichen immerhin 95 einen Arbeitsplatz. Gravierend sind die Schlusslichter Griechenland, Frankreich und Spanien dort hat nicht mal die Hälfte der Schulabgänger einen Ausbildungsplatz. Selbst das reiche Luxemburg spielt nicht mehr in der ersten Liga, da sie mit einer zweistelligen Prozentzahl an Arbeitslosen unter den Jungendlichen zu kämpfen haben. Eine ganze Generation bricht weg und ist perspektivlos, da sie ohne Berufschancen sind. Sie fehlen sowohl bei zukünftigen Steuereinnahmen als auch später in der Stabilisierung der Rentenversicherung. Der Durchschnitt der arbeitslosen Jugendlichen innerhalb der EU liegt bei 22 Prozent, was sicher auch kein Ruhmesblatt für die Brüsseler Bürokraten ist. Dort sollte das Duale Bildungssystem auf die nächste Tagesordnung und für Krisenstaaten vorgestellt sowie zur Nachahmung zügig umgesetzt werden. Das Bildungssystem könnte zu einem Exportschlager für die Ausbildung innerhalb Europas werden. Das Learning by Doing bringt Arbeitnehmer nur zu einem gewissen Bildungsgrad, die duale Ausbildung dagegen befördert zukünftig auch Meister im Handwerk. Selbst die größte Volkswirtschaft der Welt die USA hat inzwischen erkannt, dass ihr Wissen in technischen Belangen sehr begrenzt ist, obwohl sie teilweise hervorragende Wissenschaftler hervorbringen, aber keine profunde Ausbildung für angehende Meisterberufe haben.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

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