Die Schweiz vor der Zerreißprobe * Schweiz und Deutschland zuverlässige Handelspartner * Berner Politiker-Elite findet einen Weg
Die Schweiz vor der Zerreißprobe
Der Wähler in der Schweiz hat sein Votum gegen weitere Zuwanderung abgegeben. Die nationale Wahnvorstellung ist zu Ende und inzwischen ist die pure Nüchternheit eingekehrt. Viele Eidgenossen fragen sich, so was haben wir nicht gewollt und stehen vor einer Zerreißprobe. Die sonst offene Schweiz wird ins wirtschaftliche Mittelalter zurückgeführt. Einesteils sind sie ökonomisch und finanzpolitisch in der vorderen Reihe, aber andererseits hängen sie kleinmütig an ihrem Sonderstatus und Kantönligeist. Obwohl auch die Politiker in Europa befürchten, dass eine solche Abstimmung auch ähnliche Ergebnisse hervorbringen würde, da sie auch der allgemeinen Stimmung entspricht. Besonders die Industrie macht sich erhebliche Sorgen, da die Einwanderungsquoten manchen Betrieb beachtlich treffen könnte.
Die Wähler-Entscheidung ist eine deutliche Verschlechterung der Rahmenbedingungen des Standorts Schweiz, da fachmännische Mitarbeiter nicht rasch rekrutiert werden können. Der Erfolg und der Wohlstand der vergangenen Jahre beruht auf der qualifizierten Zuwanderung von Arbeitskräften. Einige Unternehmen überlegen daher ihre Unternehmen zu schließen, um sie in den übrigen Länder in Europa neu anzusiedeln, was ein erheblicher Dämpfer für das Investitionsklima und die Mitarbeiter in der Schweiz wäre.
Schweiz und Deutschland zuverlässige Handelspartner
Für die Schweiz ist Deutschland in all den Jahren zum wichtigsten und zuverlässigen Handelspartner geworden. Fast ein Viertel der schweizerischen Produktion geht über die Grenze. Das Handelsvolumen, also die Aus- und Einfuhr beträgt inzwischen 100 Milliarden Euro. Davon profitieren nicht nur die Großindustrie, sondern vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen. Diese können besonders auf die gute Ausbildung von deutschen Ingenieuren zählen, die sie im Wissensaustausch dringend benötigen. Die eidgenössischen Firmen sind zu einem wichtigen Lieferanten der Automobilindustrie geworden, indem sie die Premiumhersteller beschicken. Aber auch die chemischen Produkte, die Pharma-Industrie haben in Deutschland sowie in der Europäischen Union (EU) einen guten Ruf und beachtenswerten Absatzmarkt. So sind mehr als 1000 schweizerische Unternehmen in Deutschland tätig mit einem dreistelligen Milliarden-Euroumsatz.
Berner Politiker-Elite findet einen Weg
Sobald der Nebel in Europa verzogen ist, wird man sich an den Verhandlungstisch setzen. Die Schweizer Diplomatie wird daher alle Register ziehen, um den Schaden zu minieren. Einige EU-Granden haben schon Schaum vor dem Mund und versuchen jetzt alte Rechnungen zu begleichen, dies ist jedoch der falsche Weg. Die Berner Politiker-Elite wird mit der EU sicher in den nächsten Jahren einen Weg finden, der auch die letzten Zweifler beruhigen wird. Der oberste Grundsatz der Freizügigkeit von Personen wird aber kein Verhandlungsthema sein, da dies der heilige Gral der Europäischen Verträge ist. Der Einsatz der Eidgenossen wird daher am Verhandlungstisch viel höher sein, als mancher in den Kantonen zu denken vermag. Aus den geschlossenen Verträgen der Schweiz mit den Brüsseler Behörden sind inzwischen mehr als 100 bilaterale Abkommen geworden. Dabei geht es unter Anderem um die Anerkennung von Industriestandards, die den Zugang von Schweizer Unternehmen in die EU öffnen. So profitieren die Eidgenossen von lukrativen Forschungsaufträgen, von öffentlichen Programmen sowie auch die Unterstützung des Agrarmarktes. Die EU umfasst heute 28 Staaten, die das Herzstück Europas bilden und zu einer wirtschaftlichen Größe um die Schweiz mit der starken Frankenwährung herangewachsen sind.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)




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