Minister sind Amateure * IWF kann den Geldhahn für Griechenland zudrehen * Deutsches Modell der Kurzarbeit kopieren
Minister sind Amateure
Die neue griechische Regierung scheint noch nicht bemerkt zu haben, dass die Wahlkampfparolen zu Ende sind. Die Forderungen, die dem Wahlvolk vorgetragen wurden, lassen sich nicht mit der Europäischen Union (EU) umsetzen. Mit der Vorgängerregierung wurden die Sparmaßnahmen eingeläutet, jetzt will die gerade gewählte Athener Regierung diese nicht mehr einhalten und schnürt das Paket, das mit der Troika bestehend aus EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB), wieder auf. Beamte sollen wieder eingestellt, Pensionen aufgestockt, sowie die Entstaatlichung von Unternehmen wieder zurückgeführt werden. Eine Gegenfinanzierung konnte bisher nicht aufgezeigt werden, Brüssel als Geldgeber wird hier mit dem Ring in der Nase den Europäern vorgeführt. Die Politiker dürfen jetzt nicht einknicken, sondern müssen der Athener Regierung zeigen, dass die übrigen Europäer nicht bereit sind, ihre Maßnahmen weiter zu finanzieren, denn bisher wurden dem Euroland schon über 240 Milliarden Euro an Kreditprogrammen zugemutet. Brüssel hat noch einen Trumpf im Ärmel, die Ende Dezember vorgesehene Tranche von weiteren Millionen wurde nicht ausbezahlt, da das Reformprogramm ins Stocken geraten ist. Bei dem Antrittsbesuch in Brüssel werden die Gesandten aus Athen auf Politprofis treffen, was man von den Griechen nicht sagen kann. Viele der ernannten Minister sind Amateure und haben keine einschlägige Erfahrung auf dem aalgatten Politikerparkett.
IWF kann den Geldhahn für Griechenland zudrehen
Der von griechischen Politikern geforderte Schuldenschnitt würde im jetzigen Stadium wenig bringen, da die Europartner bis 2019 vollständig auf Tilgungszahlungen. Nur im laufenden Jahr müssen die Griechen über 8 Milliarden Euro an den IWF und fast 7 Milliarden an die europäischen Notenbanken zahlen. Die Hellenen sind gut beraten diesem Verlangen an Tilgungen nachzukommen, denn beide Einrichtungen könnten den Griechen den Geldhahn über Nacht zudrehen.
Deutsches Modell der Kurzarbeit kopieren
Der kräftige Schweizer Franken, der seit dem 15. Januar gegenüber den anderen Währungen zugelegt hat, bereitet vermehrt Unannehmlichkeiten. Die eidgenössische Nationalbank (SNB) hat gegenüber dem Mindestumtauschkurs von 1,20 Franken zum Euro kapituliert und die Währung dem Devisenhandel frei gegeben. Die Helvetier sind von diesem Kurswechsel überrascht worden. Insbesondere die schweizerische Industrie, die über 60 Prozent ihrer Produktion in den Euroraum ausführt, macht sich ernsthafte Sorgen über die weitere Zukunft. Die Maschinenindustrie – eine Domäne schweizerischer Wertarbeit – beginnt in den Firmen mit Rationalisierungsmaßnahmen. Insbesondere das Lohngefüge, das weltweit zu den Höchsten zählt, wird jetzt besonders unter die Lupe genommen. Aber die Unternehmen wissen auch, dass Entlassungen von Facharbeitern nicht das Ziel sein können. Vielmehr wird man das deutsche Erfolgsmodell der Kurzarbeit kopieren, indem Mitarbeiter nicht wie gewohnt 42 Stunden in der Woche arbeiten, sondern in Teilbereichen mit 26 bis 30 Stunden bei geringerer Lohnzahlung auskommen müssen. Manche Großunternehmen, die ebenfalls große Ausfuhren ins Ausland tätigen, erreichen oft nur zwei bis vier Prozent des Umsatzes in der Schweiz, aber über 14 bis 16 Prozent der Kosten fallen im Land selbst an. Dieses Auseinanderdriften von Kosten und Ertrag gilt es jetzt zu schließen, damit weitere Währungsverluste und Erträge nicht die Bilanzen beschädigen.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)



Es war ja von Anfang an ein Fehler der SNB den Wechselkurs zu fixieren. Da teile ich voll die Meinung meines Kollegen, Peter Böhringer: http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2015/01/15/schweizer-vollbremsung-vor-dem-ruin-die