Prof. Dr. Werner J. Gartner

Sanktionen bringen Wachstum in Gefahr * Schweiz verliert Spitzenplatz in der Forschung * Schweiz vernachlässigt Nachbarn

Sanktionen bringen Wachstum in Gefahr

Das politische Säbelrasseln zwischen dem Westen und Russland erreicht verstärkt die Wirtschaft. Obwohl die Unternehmer weiter an guten Geschäften mit Russland interessiert sind, verdunkeln sich zunehmend die Wolken. Vor allem die mittelständischen Unternehmen haben enorme Probleme ihre Produkte noch zu verkaufen. Einesteils treffen sie die Sanktionen und andererseits kommt noch der Verfall der russischen Währung dazu. Der Rubel wird teilweise nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert. Russische Abnehmer müssen jetzt tiefer in die Tasche greifen, um die Produkte aus dem Westen und insbesondere aus Deutschland zu importieren. Im vergangenen Jahr betrug der Warenhandel zwischen Deutschland und Russland immerhin 75 Milliarden Euro. Die deutsche Wirtschaft, die sich weiterhin im Aufschwung befindet hängt aber auch am Energietropf. Immerhin kamen über 30 Prozent der Energielieferungen aus Russland. Falls diese ausfallen, würden einige Firmen große Probleme bekommen, damit wäre das Wirtschaftswachstum in Gefahr. Die Sanktionen treffen nicht nur Russland, sondern auch Europa und vor allem Deutschland.

Schweiz verliert Spitzenplatz in der Forschung

Das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative in der Schweiz hat weitreichende Folgen. Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) machen sich Sorgen um ihre Wettbewerbsfähigkeit, da die EU-Fördertöpfe für sie verschlossen bleiben. Die Eidgenossen haben in den letzten Jahren von den EU-Geldern stark profitiert. Allein im Zeitraum der Jahre 2007 bis 2012 wurden aus der EU-Kasse über 265 Millionen Euro überwiesen. Diese Gelder wurden für Forschungen an Institute sowie an Universitäten vergeben und flossen auch an Unternehmen. Diese Beträge fehlen zukünftig für weitere Forschungsvorhaben, die für die Schweiz dringend notwendig sind. Als Hochpreisland für die Herstellung von erstklassigen Premiumprodukten ist jetzt auch noch die Flanke der Fördertöpfe offen. Diese Löcher durch die Staatskasse zu lösen werden an dem Votum der Wähler scheitern. Auch die Finanzierung über Banken macht nicht viel Sinn. Die Schweiz steckt akut in einer gewissen Klemme, aus der sie sich nur schwer lösen kann. Die Wirtschaft hat große Befürchtungen, dass langfristig der Spitzenplatz in der Forschung und den Produkten verloren gehen könnte.

Schweiz vernachlässigt Nachbarn

Die Schweiz ist neben der Tourismus-Branche ein Exportland innerhalb Europas. Trotz der starken Frankenwährung exportieren sie in die Europäische Union (EU) über 60 Prozent ihrer Produktion. Dieser gewaltige Betrag von über 325 Milliarden Euro zeigt, dass man trotz hoher Löhne wettbewerbsfähig sein kann. Weil die Geschäfte so gut laufen, sehen die Schweizer Politiker keinen Zwang ihre Nachbarregionen zu besuchen. Dieser Umstand ist für einige Unternehmen ein nicht befriedigender Zustand. Sie bemängeln die prestigeträchtigen Reisen nach Indien, Brasilien oder auch Südafrika. Indien bringt es gerademal auf circa 3,3 Milliarden Euro, ähnlich wie die Nachbarregion Tirol in Österreich. Das Handelsvolumen mit Baden Württemberg erreicht das beeindruckende Volumen von über 28 Milliarden Euro, das genauso groß ist wie die Ausfuhren nach den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Damit die ausgezeichneten Beziehungen nicht Schaden nehmen, sollten die Schweizer Politiker öfter nach Stuttgart, Mailand oder Innsbruck pilgern, um die direkten Nachbarn von ihrer Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Eine Vernachlässigung der Freundschaften mit diesen Ländern hätte gewaltige Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft, deren Arbeitsplätze und den Wohlstand des ganzen Landes.

© Global Research Institute – Gartner (GRIG)

1 reply
  1. Peter Odendahl
    Peter Odendahl says:

    Das kann man nur voll unterstreichen, was für ein politischer Blödsinn die Sanktionen gegen Russland sind. Aber die Amis haben es wieder einmal geschafft, da Druck auf Europa auszuüben und vor allem Merkel und Hollande trauen sich nicht, dagegen aufzumucken.

    Reply

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *