Russland hat Trümpfe in der Hand * Starker Yen macht Sorgen * Elysée-Palast nimmt Sparzwang Ernst
Russland hat Trümpfe in der Hand
Das Economic Forum in Petersburg konnte in diesem Jahr nicht an die wirtschaftspolitische Präsenz der letzten Jahre anknüpfen. Trotzdem versuchen die Gastgeber die Angelegenheit nicht allzu hoch zu hängen. Russland fühlt sich durch die westlichen Sanktionen behindert, aber nicht angezählt. Russland hat durchaus Trümpfe in der Hand, die der Westen noch zu spüren bekommen könnte. Das Land hat gerade einen lukrativen Gasliefervertrag mit China abgeschlossen, der Milliarden in die Kassen spült. Die Firmen, die in diesem Riesenland investieren wollen brauchen Rechtssicherheit, dies wurde von der Moskauer Regierung erkannt und man will Abhilfe schaffen. In der Vergangenheit konnten die vollmundigen Versprechen über Strukturreformen und Erleichterungen der Verwaltung nicht eingehalten werden. Eine Breitseite konnte sich die Regierung gegen die Veranlasser von Sanktionen nicht verkneifen. Es herrsche die Meinung, dass sich erfolgreiche Firmen ihre Erfolge und Geschäftsmodelle durch eine inkonsistente westliche Politik nicht vergraulen lassen.
Starker Yen macht Sorgen
Japan, eines der höchstverschuldeten Industrie-Länder macht sich erhebliche Sorgen um die Währung. Der Yen hat in den letzten Monaten beachtlich an Stärke gewonnen und ist somit ein Problem für eine der größten Exportnationen der Welt geworden. Die größte Stütze des Landes sind die Export-Erfolge von Personenwagen (PKW). Die starke Valuta macht Nippon jetzt erhebliche Sorge, da die Produkte im Ausland jetzt teuerer werden. Aber die Autohersteller werden jetzt mit aller Vehemenz diesem Problem entgegentreten, indem sie weitere Rationalisierungen vornehmen und mit der Zulieferindustrie über Preisnachlässe verhandeln. Die jetzige Stärke im lukrativen PKW-Markt will man sich von den Europäern nicht weiter streitig machen lassen, sondern selbst an der Spitze der Automobilindustrie bleiben. Auch die Unternehmen sehen mit gewisser Besorgnis auf die Bilanzen, da die Wechselkursgewinne auch in der Bilanz bemerkbar sind. Allein bei den Autoherstellern machten sie über 6,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr aus. Aber auch die deutschen Premiumhersteller werden nicht kampflos das Feld den Asiaten überlassen, so werden bis zu den Sommerferien in mehreren Werken für die Produktion der PKW-Modelle zusätzliche Sonderschichten gefahren, da die Nachfrage aus dem Ausland seit Beginn des Jahres erheblich zugenommen hat.
Elysée-Palast nimmt Sparzwang Ernst
Was Frankreich unter Sparen versteht, hat sich dieser Tage gezeigt. In der Vergangenheit verstand man unter Sparen, dass die Ausgaben weniger zunehmen, aber nicht unbedingt zurückgehen. Dieses Missverständnis hat das französische Finanzministerium aufgelöst und alle Ressorts aufgefordert, in den nächsten Monaten weniger auszugeben. Die Ausgabensperre betrifft vor allem die Ministerien, aber auch die vom Staat anhängigen Service-Unternehmen wie Handelskammern, Forschungsinstitute und Universitäten. Einige Ministerien ächzen unter der Reduzierung ihrer Zuwendungen und müssen erhebliche Sparmaßnahmen einläuten. So werden in Zukunft in manchen Ministerien einige Stellen in den Fachabteilungen unbesetzt bleiben. Die Regierung im Elysée-Palast nimmt den Sparzwang endlich Ernst, denn das Wachstum für 2014 liegt unter der 0,5 Prozent Marke. Der Abbau des Defizits wird aber auch durch die schwächelnde Konjunktur und den Inlands-Konsum erschwert, dies führt dann auch unweigerlich zu reduzierten Steuereinnahmen. Ein Teufelskreis, der derzeit nur schwer zu durchbrechen ist.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)



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