Deutsche Industrie zunehmend Probleme * US-Zinsen bleiben auf Rekordtief * Planungsschwierigkeiten in der Schweiz
Deutsche Industrie zunehmend Probleme
Aus dem Kriseln ist längst eine Krise geworden, denn die Ukraine macht der deutschen Industrie zunehmend Probleme. Nicht die Umsätze mit dem Krisenland, sondern die äußeren Umstände, der Unsicherheit machen der europäischen und insbesondere der deutschen Industrie zu schaffen. Die Bestellungen gingen seit dem Anfang der Unruhen zurück. Jetzt sind die Orders aus Russland förmlich eingebrochen und die Unternehmen sind zunehmend alarmiert. Waren es zuerst die Label-Läden, so wird zunehmend die Premium-Industrie erfasst. Die Nachfrage nach Investitionsgütern ist über die Hälfte zurückgegangen und der Trend geht weiter nach unten. Auch wenn die Orders aus Russland nur einen Teil der deutschen Industrie ausmachen, gibt es auch Nachahmer-Effekte und ein Attentismus in den Unternehmen, denn Unsicherheit ist kein guter Ratgeber für Investitionen. Die deutsche und die europäische Wirtschaft befindet sich im Aufwind, wird aber aufgrund der geopolitischen Lage mit Schwächen rechnen müssen.
US-Zinsen bleiben auf Rekordtief
Die US-Notenbank bleibt mit den Zinsen weiter auf dem Rekordtief. In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) sieht man keinen Anlass an der Zinsschraube nach oben zu drehen. Die Inflation ist selbst in den USA auf dem Boden angekommen. Der Immobilienmarkt, der noch im vergangenen Jahr angezogen hat, ist fast zum Stillstand gekommen und die Absatzzahlen stagnieren. Die Produktivität ist in den ersten drei Monaten erheblich gesunken, dies wird auf den harten Winter zurückgeführt. Auch der Arbeitsmarkt kann nicht entscheidendes zur Stimulierung der Konjunktur beitragen. Gingen die Jobsuchenden noch zurück, so konnten in den letzten zwei Monaten keine weiteren positiven Nachrichten vermeldet werden. Der entscheidende Wachstumsmotor der Konsum ist für die Amerikaner eine wichtige Bekräftigung für eine Stabilität der Konjunktur. Der Anteil beträgt zum Bruttoinlandsprodukt über 70 Prozent, um jedoch ein Feuer an Wachstum zu erzielen, muss die Nachfrage nach Konsumprodukten erheblich gesteigert werden. Aber dies ist selbst für die größte Volkswirtschaft der Welt derzeit nicht möglich, denn die Löhne und Gehälter sind in den vergangenen Monaten unter dem Inflationsfaktor angestiegen. Die Notenbank kann erst an eine Zinserhöhung denken, wenn das Gehalts- und Lohngefüge erheblich angezogen hat.
Planungsschwierigkeiten in der Schweiz
Durch die Einwanderungsinitiative vom 9. Februar 2014 haben die Unternehmen erhebliche Planungsschwierigkeiten. Im vergangenen Jahr konnte noch ein Wachstum von zwei Prozent erreicht werden. Die Prognosen für das laufende Jahr liegen über diesem Niveau, müssen aber jetzt mit größter Zurückhaltung betrachtet werden. Die Beziehungen zur europäischen Union (EU) bergen enorme Risiken für die eidgenössische Wirtschaft. Durch die Unsicherheit werden in manchen Unternehmen die Planungsprozesse überarbeitet beziehungsweis zurückgestellt oder aufgeschoben. Der Warenaustausch mit Deutschland und der übrigen EU ist leicht rückläufig, da gerade die Krisenländer, wie Italien, Griechenland Abstand zur starken Frankenwährung haben wollen. Der Berner Regierung ist jetzt dringend anzuraten, die Verhandlungen mit der EU nach den Europawahlen zu beginnen, damit die Unsicherheit für die Unternehmen und auch für die Mitarbeiter nicht mehr auf die lange Bank geschoben wird. Die Schweizer Produktion, die mehr als 60 Prozent von Europa profitiert, sollte viel Diplomatie in Brüssel aufbringen.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)



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