Irland der Vorzeigeschüler in Europa * EZB-Geldschwemme ohne Gau * Griechische Amateur-Regierung
Irland der Vorzeigeschüler in Europa
Während noch über Griechenland lamentiert wird, erholt sich der grüne Tiger zunehmend, wird somit zum Gegenmodell und scheint die gigantische Rezession überwunden zu haben. Die Wirtschaft wächst wie kein anderes Land in der Eurozone und legte im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent zu. Nach der Immobilienblase vor sieben Jahren stand das Land vor der Pleite. Mit großem Widerstand hat das Land ein Hilfsprogramm des Europäischen Rettungsfonds (EWS) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) von fast 70 Milliarden Euro akzeptiert. Zudem verordnete Brüssel und der IWF ein hartes Sparprogramm, das für die erfolgsverwöhnte Bevölkerung harte Einschnitte mit sich brachte. So wurden die Gehälter sowie Pensionen im öffentlichen Dienst drastisch gekürzt und das Eintrittsalter in die Rente erhöht. Außerdem wurde der verkrustete Kündigungsschutz gelockert und die erheblichen Sozialleistungen gesenkt. Die Menschen haben auf der Insel erkannt, dass diese gallenbittere Medizin entweder ins Verderben führt oder die Bevölkerung wieder Boden unter den Füssen bekommt. Nach den Jahren auf dem Siechbett Europas ist das Land wieder gesundet und konnte über 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Irland ist somit zum Vorzeigeschüler in der EU geworden. Obwohl die Arbeitslosenquote bei über zehn Prozent liegt, sind große Industriekonzerne weiter zuversichtlich und investieren zunehmend in den grünen Staat. Um den vollen Anschluss an Europa wieder zu bekommen, werden noch einige Jahre vergehen, denn es müssen auch die aufgenommenen Schulden abgetragen werden. Irland könnte somit als Blaupause für Griechenland hergenommen werden.
EZB-Geldschwemme ohne Gau
Nach der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es nicht zu einem Gau in den Börsensälen gekommen. Das Programm, das bis 2016 ein Ankaufen von Staatsanleihen von über 1,1 Billionen Euro umfasst, ist zunächst weich gelandet. Die Renditen in den Ländern wie Portugal und Spanien sind erfreulicherweise zurückgegangen, selbst die Krise in Griechenland konnte dem nichts anhaben. Der Euro ist gegenüber der Leitwährung – dem US–Dollar – erheblich gefallen, was auch so beabsichtigt war. Damit erhöhen sich die Exportchancen nicht nur für die wirtschaftstarken Länder wie Deutschland, sondern ganz besonders für die krisengeschüttelten Staaten. Sie können jetzt ihre Produkte außerhalb Europas zu günstigen Preisen anbieten und können somit wieder verlorene Marktanteile gewinnen. Die Geschäftsbanken haben aber dennoch Nachholbedarf, denn sie müssen die Kreditzinsen für die Unternehmen noch mehr senken, damit der Aufschwung in den angeschlagenen Staaten nicht erneut zum Stillstand kommt.
Griechische Amateur-Regierung
Die griechische Amateur-Regierung ist seit zwei Monaten im Amt, aber sie hat immer noch nicht das politische Europa verstanden. Als Bittsteller für Kredite und Unterstützung sind das forsche Auftreten und das Nachtreten gegen Brüssel nicht besonders hilfreich. Das Porzellan, das bisher zerschlagen wurde, ist ein Anzeichen der Hilfslosigkeit und der unprofessionellen Umgangsformen der Gesandten aus Athen. Einer der Höhepunkte waren die Maßnahmen der Steuerhinterziehung. Touristen und Privatpersonen sollen durch Denunzierung und Anzeigen bei den Behörden zu Steuereinnahmen verhelfen. Die gewählte Regierung ist ohne Programm, arm an Ideen und ist auf dem poltischen Parkett wie ein Elefant im Porzellanladen. Die Wahlversprechen sind mit Brüssel nicht umsetzbar. Entweder die Regierung zieht die Versprechen an die Bürger zurück oder sie wirft das Handtuch.
© Global Research Institute – Gartner (GRIG)



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