Das große Unvermögen – warum es wichtig ist, über Geld zu reden

Die Bilanz der Deutschen ist erschreckend: Über Geld reden wir nicht, unsere Altersvorsorge überlassen wir Geschäftemachern, mehr als 60 Prozent der Bundesbürger interessieren sich nicht für Finanzthemen und neun von zehn Familien sind völlig falsch versichert. Das große Unvermögen, nennt Marc Brost, Wirtschaftsredakteur der Wochenzeitung Die Zeit in seinem gleichnamigen Buch das Kind beim Namen.

Pen, stock charts, calculator and euro money on deskBereits 2004 erklärte Herr Brost in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Fluter: „Mehr als je zuvor sind wir heute im alltäglichen Umgang mit Geld immens auf Wissen angewiesen.“ Heute, im dritten Jahr der Wirtschaftskrise hat diese Aussage sogar noch mehr Berechtigung. Dabei geht es nicht nur um große Ausgaben, sondern fängt im Kleinen mit der Frage an, ob wir uns die neue Jeans oder die Handy-Karte leisten können und setzt sich bei der Frage nach größeren Investitionen wie einem Auto oder einer Immobilie fort.

Die Fallen des falschen Umgangs mit dem Geld erläutert Herr Brost folgendermaßen: „Grundsätzlich ist ein Kredit ja nichts Schlechtes. Ist zum Beispiel unbedingt ein Auto nötig, um zur Arbeit zu kommen, ist es sinnvoll, dieses Auto über einen Kredit zu finanzieren. Denn mit dem Geld, das die Arbeit einbringt, können Sie den Kredit wieder zurückzahlen. Das Problem ist doch, dass die Bank oder der Autohändler, der Ihnen anbietet, das Auto über einen billigen Ratenkredit zu finanzieren, nicht erzählt, was als Gesamtsumme am Ende herauskommt. Der lockt nur mit kleinen Raten. Und weil wir uns nicht trauen nachzufragen, unterschreiben wir etwas, was wir uns am Ende nicht leisten können.“

Wer sich aber nicht informiert, der kann auch nicht nachfragen. Wer sich nicht mit Geld beschäftigt, der steht am Ende ohne da! Gerade in der heutigen Zeit ist es enorm wichtig geworden, sich mit dem Thema Geld zu befassen – welche Anlagemöglichkeiten gibt es, wo kann eingespart werden, welche Finanzierung ist sinnvoll? Das Stichwort hierzu: Private Vorsorge. „Private Vorsorge ist ein schreckliches Wort, aber meint einfach, dass ich in der Lage bin, meine Finanzen so zu managen, dass ich im Alter so viel habe, wie ich haben möchte – nicht weniger“, erklärt Herr Brost.

Doch nur wer mit Geld umgehen kann, der hat eine Chance, dieses Ziel zu erreichen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber: Wer sich mit dem Konjunkturpaket Konsum SteuernThema Geld aktiv auseinandersetzt, der lernt auch den Umgang damit. Die Konsequenzen des Tabuthemas Geld können wir bereits jetzt sehen: Immer mehr Menschen geraten in prekäre finanzielle Situation oder gar finanziell  an den Abgrund. Im September 2010 meldete der Spiegel, dass 2010 bereits 140.000 Privatpersonen Insolvenz anmeldeten.

Das bedeutet, es ist höchste Zeit, sich mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen und sich zu informieren. Unabhängige Finanzberater können wichtige Hilfestellungen liefern, da sie nicht an einzelne Produktgeber wie Banken oder Versicherungen gebunden sind. Nur wer jetzt aktiv wird und das große Tabu bricht, der kann etwas für seine Zukunft und die seiner Kinder tun.

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